Müssen

Stadt Lage

 

Höhe:                  125 m

 

Fläche:                6,57 qkm

 

Einwohnerzahl:     2.964  (Stand: 31.12.2015)

 

Bevölkerungsdichte:  451 Einwohner/qkm

Ortsteil "Müssen" der Großgemeinde Stadt Lage, Kreis Lippe
Quelle: Google Maps

Ortsgeschichte von Müssen

 

Die Gemeinde Müssen nimmt mit ihrer Fläche den größten Teil des Heysundern-Riedels ein.

 

Ihre östliche und südöstliche Begrenzung ist durch Werre und Retlage gegeben.

 

In der Gemarkung lassen sich mehrere Siedelplätze und Sie-dellagen unterscheiden, z.B. Hüntrup, Müssen, Habergoh und die Hachheide.

 

Die Entstehung des Ortes Müssen fällt in das Jahr 1245.

 

Heinrich der I. Edelherr von Sternberg übereignet dem Kloster Marienfeld die ihm vom Ritter Arnold von Paderborn resignierte Curie in „musne“ und den Zehnten derselben.

 

Um welchen Hof es sich hierbei gehandelt hat ist nicht zu er- mitteln.

 

1533 ist der Bauer Brockmann in Müssen Marienfeld leibeigen, das Gut gehört aber dem Landesherren, als Zehntherr tritt das Koster Marienfeld in der Bauernschafts-Gemarkung nicht mehr auf.

 

Der Hof „tor Müsse“ 1396 zuerst genannt, ein Lüdeke Howyde bescheinigt, dass er vom Junker Simon III den Hof in Pfand-schaft hat.

 

1435 treten die Brüder Johann und Kord von Molenbeck dem Marienkloster in Lemgo ein Viertel des Zehnten „in der Müs-se“ ab.

 

1488 haben Bernhard und Simon E. H. zur Lippe für eine Schuld den halben Zehnten in der „muss“ als Pfand gegeben.

Die Schreibweisen des Ortsnamens Müssen sind:

 

       1245   in der mussne 

    1396   tor Müsse   

    1435   in der Müssen     

    1448   in der muss

 

Im Oberdeutschen heißt das Wort „Müsse“, pl. Müssen so viel wie Wald- oder Sumpfwiese.

 

Bäuerliche Besitzer um 1730

 

Nach dem Heberegister von 1642/43 gibt es in Müssen 14 bäuerliche Stellen und 12 Hoppenplöcker.

 

1730/31 ist die Anzahl der Hoppenplöcker und Neuwohner auf 23, 1780/81 auf 37 angewachsen.

 

Von der 14 vollbäuerlichen Besitzern gehören 11 der hoch- und spätmittelalterlichen Besitzerschicht der Kötter an; davon sind 2 Großkötter, 3 Mittelkötter, 6 Kleinkötter, einer ist ein großer Hoppenplöcker.

 

Somit verbleiben für die gesamte Gemarkung westlich der Werre nur 2 Altbauernstellen:

 

           der Meier in Müssen Nr. 2 

und

          der Meier zum Habergoh Nr. 3

 

Als Stelle Nr. 1 zählt der Meier in Ottenhausen.

Torbogen und Inschrift in Müssen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Torbogen und Inschrift in Müssen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Der Großkötter Hachmeier hat einen über den üblichen Rah-men seiner Besitzerschicht hinausgehenden großen Besitz.

 

Wohlmöglich hat dieser Einzelhof einst unter Hägerrecht ge- standen und zu den östlich der Werre gelegenen freien Hagen von Nienhagen gehört.

 

Ortsanlagen und Höfe

 

Die Ortschaften liegen abseits eines alten von Lage entlang der Werre und z.T. der Retlage zur Dörenschlucht verlaufen-den Fahrweges.

 

Eine im eigentlichen Sinne geschlossen Siedlung ist für Müs-sen nicht gegeben.

 

Den Kern der Siedlung bilden zwei Meierstellen:

  •     der Meier zur Müsse nordwestlich des Rothenbaches
  •     der Meier zum Habergoh oder auch Haberg südlich                                           des Baches und Müssebruches.

 

Nördlich des Baches beginnt etwa 400 m östlich des Meier- hofes Nr. 2 eine kleine Reihe der Kötterstellen von Hüntrup.

 

Südwestlich des Meierhofes liegen in Streulage gegen den Hey- sundern und die Breitenheide hin die kleinen Gehöfte der Mittel- und Kleinkötter von Müssen.

 

Abseits für sich gelegen im Winkel zwischen dem Zusammen-fluß von Werre und Retlage liegt noch die Großkötterstelle Hachmeier Nr. 5.

Torbogen und Inschrift in Müssen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Huden und Gemeinheiten

 

Folgende Gemeinheiten in der Bauernschaft sind aufzuzählen:

 

Als der Bauernschaft „private“, d. h. den Bauern gemeinsam eigene Huden

 

  •     das Bark
  •     die Schieregge
  •     das Hachholz

Als zwischenbauernschaftliche Gemeinheit der landesherr-schaftliche und ehemals marienfeldische Heysundern mit der Breitenheide

 

Die weitesten und ausgedehntesten Hudestellen besitzt der Altbauernhof Müssemeier Nr. 2 mit Huderechten im Heysun- dern, in der Breitenheide und im Bark.

 

Der Hof ist also an 3 Hudestellen beteiligt.

 

Demgegenüber ist der Altbauernhof Habergoh Nr. 3 in seiner Hude (wie auch mit seinen Feldern) auf die Schieregge des Habergoh-Riedels beschränkt, desgleichen den Großkötter Hachmeier Nr. 5 auf seine Hachheide zwischen Werre und Retlage.

 

 

(Quellennachweis: Die Ortsgeschichte von Müssen wurde entnommen aus: Friedrich Brand, Zur Genese der ländlich-agraren Siedlungen im lippischen Osning-Vorland, Selbstverlag der Geographischen Kommission Münster, 1967)

Torbogen und Inschrift in Müssen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Im Laufe der weiteren Jahrhunderte entwickelte sich Müssen durch die Ausweisung neuer Siedlungsgebiete zu einem weit verzweigten Flächendorf ohne direkten Ortskern oder Dorf- mittelpunkt.

 

Heute kann man den Bereich um die Müssener Kirche bzw. den Bereich um Schule und Turnhalle als Ortskern bezeichnen, finden doch hier die verschiedenartigsten dörflichen Veran-staltungen statt.

 

Sport

 

Der TuS Müssen-Billinghausen wurde 1919 gegründet und macht Sportangebote im Breitensport und im Handball.

 

1951 wurde der BSV Müssen gegründet.

 

Bekannt wurde der Verein in den 1990er Jahren im Frauenfuß- ball.

 

Die Mannschaft spielte damals in der Regionallige West unter anderem mit der Spielerin Kerstin Nolte.

Die nachfolgende Bildershow zeigt Billinghauser Impressio- nen, deren Bilder im November 2009 aufgenommen wurden.

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10.11.2019