Billinghausen

Stadt Lage

 

Höhe:                  137 m

 

Fläche:                4,06 qkm

 

Einwohnerzahl:     1.835  (Stand: 31.12.2015)

 

Bevölkerungsdichte:  451 Einwohner/qkm

 

Seine Fläche erstreckt sich vom Werretal bis zur ersten Kette des Teutoburger Waldes, der Hörster Egge.

Im Volksmund wird die Hörster Egge auch als "Billinghauser Berg" bezeichnet.

Ortsteil "Billinghausen" der Großgemeinde Stadt Lage, Kreis Lippe
Quelle: Google Maps

Ortsgeschichte von Billinghausen

 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Billinghausen 1215 in einer Urkunde des Klosters Marienfeld in der die Abgabe des Zehn-ten in Byllygissen gefordert wurde.

 

Alte Ortsnamen waren:

  • um 1215  Byllygissen 
  • um 1227  Billinkissen 
  • um 1230  Billincgessen  
  • um 1500  Billinghausen

Nach Gesteinsfunden aus der Jungsteinzeit läßt sich aber da- rauf schließen, dass bereits um 5.500 - 2.000 v. Chr. Men-schen in Billinghausen lebten.

 

Die Bauerschaft bzw. der Ortsteil Billinghausen befindet sich auf der nordöstlichen Seite des Bergrückens der Hörster Egge.

 

Dieser Muschelkalkrücken mit 206 m über NN fällt flach ab nach Nordosten.

 

Er gehört geographisch zum Osningvorland.

 

Der Ackerboden besteht aus mittelschwerem Lößboden und bietet fruchtbares Ackerland, aber hat in feuchten Zeiten ziemlich oft stauende Nässe.

 

Torbogen und Inschrift in Billinghausen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Bis vor etwa 200 Jahren durchzog das Gebiet der Bauer-schaft deswegen ein breiter Waldstreifen, meist mit Eichen bestanden.

 

Eigentümer war das Kloster Marienfeld, später die Grafen zur Lippe.

 

Gegen gewisse Abgaben gestatteten sie den Einwohner der Bauerschaft das Huderecht.

 

Auch der Pfarrer und der Küster zu Stapelage genossen die-ses Recht für ihr Vieh.

 

Nach Osten wurde die Bauerschaft ebenfalls durch einen feuchten Waldstreifen derselben Besitzer abgegrenzt, ein kleiner Bach durchfloss ihn.

 

Wald und Bach trugen Namen, die Abtrennung und Abgren-zung ausdrückten.

 

Das altdeutsche Wort „Sund“ = Trennung liegt hier in der Be- zeichnung „Sundern“ = Heysundern (herrschaftlich Sundern?) sowie „Sunderbach“.

 

Jenseits dieses Trenngebietes liegt die Breitenheide, ein Ortsteil der Bauerschaft Müssen.

 

Der herrschaftliche Wald wurde Ende des 19. Jahrhunderts gerodet und zu Ackerland, dass sog. Kammerland.

 

Heute ist dieser Bereich zum größten Teil mit Kleinsiedlungen bebaut, da der Landesverband Lippe, als nachfolgender Be-sitzer der lippischen Fürsten diese Grundstücke preisgünstig im Erbbau abgegeben hat.

 

Billinghausen (1215 = Byllygissen) hieß ursprünglich der Ge-ländestreifen entlang der Hörster Egge.

 

Dort, wo der steile Hang flacher wird, entspringt ein kleines Gewässer, welches den drei alten Höfen Wasser für Mensch und Tier lieferte.

 

Es sind dies die Höfe

 

        -  Obermeier Nr. 1            heute Jürgensmeier           

        -  Niedermeier Nr. 2         heute Johanning                     

        -  Düchtige Nr. 3              heute Lohmann

 

Torbogen und Inschrift in Billinghausen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Erstmals erwähnt wird ein Hof und damit der Ort im Jahre 1215 zugleich aber auch ein kleinerer Hof (Mansus), der früher zur „curtis Barinch“ (Barkhof, Barkemeier) gehörte.

 

1353 findet sich in den Lippischen Registern Nr. 961 auch der Hof Rethmeier vermerkt, der unter dem namen „curia in Red- lage“ auftritt, oder später auch Reitmeyer oder Reilmeier ge- nannt wird.

 

Dieser Hof lag ursprünglich Nahe der Rethlage, nicht an seinem heutigen Standort.

 

Bei den Kiesabbaggerungen sind in den letzten Jahren Reste einer mittelalterlichen Mühlenanlage und Spuren eines Hofes gefunden worden.

 

Wann der Hof verlegt wurde ist nicht bekannt, vielleicht als die Bauerschaft Billinghausen entstand, denn vorher gehörte er zu Hiddentrup.

 

Die drei Billinghauser Höfe treten mit ihren Höfenamen erst- malig gemeinsam auf in den lippischen Landschatzregistern von 1535 und zwar unter der Rubrik „Monneke Lude“ = Mönchsleute (zu Marienfeld).

 

Sie schreiben sich damals

        -  de Neddermeiger to Billinckhusen   ( Niedermeier)          

        -  de Auermeier   (Obermeier)                                         

        -  de Duchtige      (Tüchtige)

 

Danach wird „de Rehtmeier“ aufgeführt.

 

Rehtmeier ist namentlich aber schon 1353 erwähnt, als die von Iggenhausen den Hof zusammen mit zwei anderen Höfen in Waddenhausen und Wissentrup an das Kloster Marienfeld ver- kauften.

 

Torbogen und Inschrift in Billinghausen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Eine besondere Beziehung scheint der Hof Duchtige aber zur Pfarre in Stapelage gehabt zu haben.

 

In seiner Abhängigkeit zum Pfarrhof Stapelage war eine Be- sonderheit.

 

Zum Hof Duchtige gehörte der sog. „Papenberg“, die Kuppe in westlicher Fortsetzung der Hörster Egge, also oberhalb des Hofes Duchtige.

 

Der Name „Papen“ könnte auf besondere Rechte der Pfarre oder des Pfarrers hinweisen.

 

Jedenfalls steht in der „Substantialia Parochiae Stapelagen-sis“ von 1647 geschrieben :

 

„Beneben den Eichbäumen so im Sike und Hagens umb die Lan- derey zur pfarre gehörend steht, behelt pastor das recht auch vor das überholtz, oder Eichbaume uff dem papenberg.

 

Das Fall- und Unterholtz behelt der Duchtige.“

 

Dies bedeutet, dass der Pfarre die Eichenbäume auf dem Pa-penberg gehörten und dem Hof Duchtige nur der Abfall, der beim Holzschlagen anfällt.

 

Der Name „Duchtige“, im Volksmund wird er als „der Tüchtige“ ausgelegt.

 

Das Wort „Ducht“ oder „Tucht“ begegnet uns im alten Sprachgebrauch im Zusammenhang mit „Leibzucht“, auf platt-deutsch „Luiftucht“, was Altenteil oder Leibrente (in Geld oder/und Naturalien) bedeutet.

 

Vielleicht ist dieser Hof zur Versorgung der Kirche bestimmt gewesen, was sich noch im Namen „de Duchtige“ = der Versor-ger ausdrücken könnte.

 

Die Höfe Duchtige (Lohmann) und Obermeier (Jürgensmeier) sind in den letzten Kriegstagen 1945 noch den Kämpfen zum Opfer gefallen und brannten ab.

 

Das Haupthaus Niedermeier (Johanning) blieb erhalten.

 

Der Hof Obermeier Nr. 1 (heute Jürgensmeier) war ursprüng- lich der größte der Billinghauser Höfe.

 

Am Anfang des 19. Jahrhunderts muss er in eine Krise gera-ten sein.

 

Denn das Lagerbuch der Kirchengemeinde von 1844 berich- tet :

 

„Nachdem das Colonat des Colon Obermeier Nr. 1 in Billing-hausen vor mehreren Jahren in 12 Stätten vertheilt worden ist, so zahlen statt der vormaligen Naturalgefälle nunmehr in barem Gelde“

 

Es folgen dann die Namen.

  • Clasing
  • Stöppler im Heysundern (heute Pollmann)
  • Lüdeking
  • Leßmeier
  • Niedermeier
  • Hülsiggensen
  • Beermann (heute Becker)
  • Möller im Strang
  • Fischer
  • Brinkmann in Wissentrup

Zum Teil handelt es sich dabei um schon vorhandene Em-pfänger, zum Teil um Neusiedler, die sich in der Bauerschaft Billinghausen angesiedelt haben.

 

Den größten Teil erhielt ein Mann namens Adolf Obermeier, vielleicht ein Verwandter, dann folgen :

  • Clasing                                                                         
  • Lüdeking
  • Niedermeier
  • Beermann
  • Fischer                                                 
  • Stöppler im Heysundern
  • Leßmeier daselbst
  • Hülsiggensensen
  • Möller im Strang  
  • Brinkmann in Wissentrup
  • und der verbleibende Hof Obermeier

Torbogen und Inschrift in Billinghausen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Den Salbüchern von 1614 – 1620 (Stöwer) können wir folgende Besiedelung der Bauerschaft Billinghausen entnehmen, deren Reihenfolge wohl in etwa ihrer Größe entspricht:

 

1.   Obermeier                  

2.   Niedermeier                           

3.   Duchtige                    

4.   Rethmeier                            

5.   Heywinckell                

6.   Barck Heinrich                          

7.   Huneke im Barcke        

8.   Stoppeler                                    

9.   Lesmeyer                                 

10.  Hey Berentt                               

11.  Wilckenlohe                                     

12.  Paul Wilkenlohe           

13.  Mollen Jobst                           

14.  Ludolph Polmann                           

15.  Deppe Behrmann                              

16.  Churdt Hilker                            

17.  Johan Polmann                                 

18.  Herman uffn Grutzdick                       

19.  Johan uffn Grutzdick

 

Bis auf den Duchtigen standen alle größeren Höfe im Eigentum des Klosters Marienfeld.

 

Fast alle kleineren Colonate standen im Eigentum der Grafen zur Lippe.

 

Sie siedelten ja auf ihrem Grund und Boden!

 

Obwohl eine Anzahl von Neusiedlern bei der Aufteilung des Hofes Obermeier hinzugekommen waren, entwickelte sich das Dorf nur langsam zu höheren Einwohnerzahlen.

 

Alte Flurbezeichnungen in Billinghausen nach F. Brand

Schon ein erster Blick auf die Flurnamen und Besitzkarten der Gemarkung Billighausen lässt drei große voneinander sich un-terscheidende Flurformenbezirke erkennen.

 

Sie liegen im

  • Heysundern
  • Billinghauser Heide
  • Bereich Dorf Billinghausen

 

Verhältnismäßig spät wurde 1859 die Gemeinde Heysundern geteilt.

 

Alle bäuerlichen Besitzer, soweit sie das Recht der Mithude im Heysundern besaßen, erhielten eine Abfindung ihrer Hude- rechte bei der Aufteilung ein dem Umfang der rechte ihrer Mithude entsprechend großes Heidestück zugewiesen.

 

Der Name „Heysundern“ ist alt.

 

1488 heißt der Großkötter der Hofstelle Nr. 5 „Hoywinkel“.

 

Das Kolonat liegt unmittelbar nördlich des Heysundern oder des Heyg und hat als damals sicher schon längere Zeit be-stehender Hof offensichtlich seinen namen bei seiner Hofnie-derlegung als auf dem Heysundern hinweisend erhalten.

 

Dass das Gebiet des „Sundern“ schon im ausgehenden Mittel- alter als gemeinschaftliche Hude genutzt wurde, beweist eine Urkunde aus dem Jahre 1484.

 

Über sie berichten die Lippischen Regenten :

 

„…… wonach dem Kloster (Marienfeld) der Heyg wiederanver-antwortet und gestattet wird, denselben zu betunen, zu be- graven, mit Schlingen und Hecken zu beschließen, dagegen die Mastgemeinschaftlich sein soll……“

 

Wahrscheinlich birgt die Bezeichnung „Hey“ in sich die ger-manische Wurzel „hau“ = ein Ort von gefälltem oder zu fäl-lendem Holz.

 

(Quellennachweis: Die Ortsgeschichte von Billinghausen wurde entnommen aus: Friedrich Brand, Zur Genese der ländlich-agraren Siedlungen im lippischen Osning-Vorland, Selbstverlag der Geographischen Kommission Münster, 1967)

 

Verwaltungsstruktur 1911 Bauerschaft Billinghausen

 

1911 Umfang:

Bauerschaft Billinghausen = Ortschaften Barkfeld, Billinghausen, Billinghauserheide, Heisundern, Am Hellwege, Schieregge, Strang und Sunderbach.

 

Amt Lage

Zuständigkeiten/Einrichtungen: ev. Kirchengemeinde Stape-lage, Standesamt Stapelage, Amtsgericht Lage, Postort Pivitsheide oder Kachtenhausen, Schulgemeinde Billinghausen

 

Gesamtumfang: 133 Wohnhäuser, 177 Haushaltungen

 

Einwohner: 725 Einwohner, davon 720 reformiert, 1 luthe-risch, 1 sonstiges ev. Bekenntnis und 3 römisch-katholisch

 

2. Weltkrieg in Billinghausen

 

Der 2. Weltkrieg verlief für Billinghausen zunächst ruhig, je- doch am 22.02.1944 führte ein Notabwurf von Bomben eines amerikanischen Bomberflugzeuges zur Zerstörung von 2 Häu-sern in der Sängerstraße.

 

Die Kinder kamen dabei ums Leben.

 

Am 05.04.1945 zogen aus Oerlinghausen und Helpup kommen-de amerikanische Panzerverbände in Billinghausen ein und die-ses bedeutete das Kriegsende in Billinghausen.

 

Die Höfe Lohmann, Johanning und Jürgensmeier waren dabei in Brand geraten.

 

Am 25.01.1946 fand dann erstmals wieder eine Gemeinderats- sitzung in Billinghausen statt, die Gemeinderatsmitgieder, unter der Leitung von Bürgermeister Lindhorst, wurden durch Handschlag verpflichtet und nahmen ihre Arbeit auf.

 

Billinghausen entwickelte sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zu einem Flächendorf, einen Dorfplatz, ein Dorf- zentrum oder einen Dorfmittelpunkt hat es in Billinghausen nie gegeben.

 

Heute kann man den Bereich um die vom TuS Müssen-Billing-hausen am Kammerweg gebaute Turnhalle als dörfliches Zen-trum bezeichnen.

 

Hier finden die dörflichen Veranstaltungen wie z.B. Oster-feuer, Weihnachtsmarkt oder andere Festveranstaltungen statt.

 

Ehem. Billinghausen Nr. 19 (Niederhof)

 

WER GOT FERTRAWET DER HAT WOL GEBAUWET IM HIMMEL UNT AUF ERDEN.
JOST BERENT LINNENBRÜGER UNT TRINILSABEIN EGRINCK HB . D . L . B . 1718 M. IOHANN KEMPER

 

Torbogen und Inschrift in Billinghausen

 

Quelle: Der Genealogische Abend

Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.

Kommunale Neuordnung 1970

 

Das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold vom 2. Dezember 1969 umfasst die Gebietsreform für das Gebiet des damaligen Kreises Detmold und Randgebiete der Kreise Detmold (beide heute: Kreis Lippe) und Höxter im Regierungs-bezirk Detmold auf kommunaler Ebene.

Das Gesetz trat am 1. Januar 1970 in Kraft.

 

I. Abschnitt Gebietsänderungen im Bereich der Gemeinden

§ 1

Zusammenschluss der Stadt Lage mit den Gemeinden Billinghausen, Ehrentrup, Hagen, Hardissen, Heiden, Heßloh, Hörste, Müssen, Ohrsen, Pottenhausen, Waddenhausen und Wissentrup sowie der Gemeinde Kachtenhausen (Kreis Lemgo) zur neuen Stadt Lage im Kreis Detmold.

Was geschah hierbei in Billinghausen?

 

Mitte der 1960er Jahre begann auch in Billinghausen eine Diskussion über eine in NRW längst notwendige neue Struktur der kommunalen Selbstverwaltung.

Jahrelang ging es um den Raum zwischen Detmold, Lage, Lem-go, Bad Salzuflen und Augustdorf hin und her.

 

Schon bald war die Rede von einer selbstständigen Gemeinde "Havergau" mit Billinghausen, Müssen, Hörste, Kachtenhasuen, Ohrsen und Wissentrup.

Auch der Kreis Detmold mit OKD Hilmar Lotz konnte sich zu-nächst mit diesem Gedanken anfreunden, wie Bürgermeister Wilhelm Rosenhäger am 04.02.1967 im Gemeinderat bekannt gab.

Am 01.03.1968 beschloß der Billinghauser Gemeinderat einen entsprechenden Gebietsänderungsvertrag und die Aufstellung eines gemeinsamen Flächennutzungsplans.

 

In der Zwischenzeit gab es im Lagenser Rathaus ernsthafte Bedenken, dass für die neue Stadt Lage nur noch ein kleiner Teil übrig blieb und Stadtdirektor Günter Silz bezeichnete die Lebnensinteressen in der Stadt Lage als "völlig eingeengt".

 

Schließlich rückten aber auch Themen wie Schule, Wirt-schaftsförderung, Verkehrsplanung, Frisch- und Abwasser sowie Finanzen immer mehr in den Vordergrund, was schließ-lich zu einer Versachlichung und Beruhigung der Situation beitrug.

Bei den bisher eigenverantwortlich verwalteten Gemeinden nahm die Sorge zu, dass man in den größeren kommunalen Ein-heiten unterzugehen.

 

An einer neuen Großgemeinde "Havergau" wollte man in Bil-linghausen jedoch unbedingt festhalten.

In den entsprechenden Ratsprotokollen ist zu lesen, dass man die Gemeinden nicht auseinander reißen könne und diese Ziel nicht "kampflos" aufgeben dürfe.

Schließlich war es das Innenministerium NRW, das der an-gestrebten Großgemeinde Havergau keine Chnace einräumte.

Das Projekt scheiterte insbesondere an einem fehlenden zen-tralen Mittelpunkt.

Auch die Einwohnerzahl reichte nicht aus, um die zur Grund-versorgung gehörenden Einrichtungen betreiben zu können.

 

Nach dem endgültigen Vorschlag des Innenministeriums NRW zur Verwaltungsgliederung vom September 1968 sollte es Billinghausen und 13 andere ehemals selbstständige Kommunen in Zukunft nur noch in einer Großgemeinde Stadt Lage geben.

 

Das entsprechende Gesetz (siehe vorheriger Abschnitt) wur-de im Dezember 1969 in Düsseldorf von NRW-Landtag verab-schiedet.

 

Zum 01. Januar 1970 wurde Billinghausen Ortsteil der neuen Stadt Lage.

 

In der Sitzung des Billinghauser Gemeinderates am 12. De-zember 1969 wurde noch beschlossen, die Müllabfuhr nicht wie in Lage, sondern wie hier vor Ort duchzuführen.

Unter "Verschiedenes" ist im Protokoll noch zu lesen, dass der verbleibende Rest aus der Gemeindekasse für die Verbreite-rung der Sängerstraße verwendet werden soll.

 

Beides wurde aber nicht mehr verwirklicht!!!

Einwohner-Zahlen in Billinghausen 1958 - 2016

1958

1.111 Einwohner

1962

1.239 Einwohner

1966

1.340 Einwohner

1969

1.367 Einwohner

1970

1.533 Einwohner

1980

1.555 Einwohner

1989

1.752 Einwohner

1995

1.862 Einwohner

2000

1.764 Einwohner

2006

1.896 Einwohner

2010

1.905 Einwohner

2016

1.835 Einwohner

Eine großer Teil der Geschichte der Gemeinde Billinmghausen wurde entnommen aus Chronik "800 Jahre Billinghausen"

Redaktion: Klaus Vothknecht, Heinz Doil & Wolfgang Kuhle-mann

Die nachfolgende Bildershow zeigt Billinghauser Impressio- nen, deren Bilder im November 2009 aufgenommen wurden.

Dat Billßer (Billinghauser) Krematorium

 

    Von Heinrich Kreuzbusch

Billinghausen, den 04.12.1937

 

 

 

Wat was dat dössen Herwest vorn Raunen,

wo deu dat ganze Lippske staunen,

os orst buikannt worcht dösse Fund,

de maket was up Petersmeuers Grund.

 

De ganzen Zeitungen schrieben rundherum

Fast jeuden Dag van‘s Billßer Krematorium !

 

Met eunen Mol worcht Billßen weltbuikannt,

denn jeuder froge donoh in‘n Lippsken Land,

un sümst in‘n grauden Duitsken Ruik

doit et keuner huier den Billßern gluik.

 

De Lui‘e de froget rund herum –

Wo kumt de Billßer an dat Krematorium ?

 

Van ollen Suiten worcht‘s bekieken,

nich Sunndag‘s nur auk midden inner Wieken.

Teo Foede, met‘n Auto, auk met‘n Rad

Make man sick no Billßen up‘n Pad.

 

Denn keuner woll doch suin seo dumm,

dat heu nicks wüste van‘n Billßer Krematorium.

 

Auk Forscher keumen un Professor‘n

De süß in Billßen hadden nicks verlor‘n.

Sei olle woll‘n den selt‘nen Fund

Met Wissenschaft gohn up den Grund.

 

Un seu bekieken olles rundherum un Krumm,

doch et bleif dat Billßer Krematorium.

 

Niu heuert man, in Aulingstuit,

do wörn de Billßer oll ganz mächtig wuit.

För seo eunen schönen Verbrennungoben

mot man bestimmt de aulen Billßer loben.

 

Seu wörn auk sekker garnich dumm,

dat seuh‘ we jo an‘n Krematorium !

 

Denn wenn et niu no öwwer duisend Johr‘n

hät suinen Reiz nau nich verlor‘n,

un wenn jetzt no seo langer Tuit

de Minsken kumt von oller Suit.

 

Dann sägt us döt, es et auk stumm,

huier es dat Billßer Krematorium !

 

Un wui, de niu in Billßen wonnt,

us jetzt auk nau dössen Taten sonnt.

Wat iuse Ahnen hät för us huier dohn,

dat deot de meisten Billßer geot verstohn.

 

Un wollst diu et sümst mol seuhn, seo kumm

No iusen Billßer Krematorium.

 

 

Dieses Gedicht schrieb der Billinghauser Bürger Heinrich Kreuzbusch auf lippisch Platt, als man auf einem Felde des Bauern Petersmeier (heute Neudörnweg) bei Drainageaus-schachtungen eine merkwürdige Erdschicht vorfand.

 

Ein Schuljunge nahm einen Erdklumpen zum Lehrer mit und ließ diesen begutachten.

 

Anschießend stellte man einen ca. 4 m im Durchmesser mes-senden Ringofen fest, aber auch Knochen von Menschen und Tonscherben wurden gefunden.

 

Vermutet wurde dann, dass es sich um einen Feldbrandofen handelte, also kein Krematorium, sondern lediglich ein alter ganz normaler  Backofen, in dem vermutlich Brot gebacken wurde, was aufgefundene Reste von Roggen, Weizen und Gerste bewiesen haben.    

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