23.04.2019

Modenschau Mon Amie, Mittagessen im Land-gasthaus Röscher und Glashütte Gernheim

Bad Holzhausen am Wiehengebirge >>> Quelle: Google Earth Pro

Unser heutiger Tagesausflug führte uns, leider nur mit 26 Personen, in den Kurort Preuß. Olden-dorf/Bad Holz-hausen

 

Als erstes ging es in das Land-gasthaus Rö-scher zum Mittagessen.

Nach dem Mittagessen fand dann im Gasthaus die Modenschau der Fa. Mon Amie statt.

 

Anschließend fuhren wir in das Ladengeschäft der Fa. Mon Amie und konnten dort die in der Modenschau vorgeführten Bekleidungsstücke und noch vieles mehr einkaufen.

 

Am Nachmittag fuhren wir dann noch zur Glashütte Gernheim und erlebten dort eine Führung durch den Museumsbereich mit Demonstration des Glasblasen.

Neuer Reise-Unternehmer, "alter Busfahrer", Ralf H....... in seinem modernen Reisebus der Fa. Auto-Gaus, Detmold
Quelle: Freilichtbühne Kahle Wart

Bevor wir in Bad Holzhausen angekommen sind, wurde zu-nächst noch eine kleine Pause für den Frühschoppen einge-legt.

Der Parkplatz der Freilicht-bühne "Kahle Wart" in der Ge-meinde Oberbauerschaft war hierfür bestens geeignet und Monika packte dort ihr gut gefülltes Schnapskörbchen aus.

 

Die nachfolgende Bildgalerie zeigt Impressionen aus dem Bus und vom Frühschoppen in Oberbauerschaft

Bad Holzhausen am Wiehengebirge

Bad Holzhausen

 

Die „Große Aue“, das wunderschö-ne Haus des Gastes, die Ku-lisse rund um die Mühle und das sanfte grüne Band des Wie-hengebirges prägen das Bild von Bad Holzhausen.

 

Urkundlich wurde der heutige Stadtteil von Pr. Oldendorf erst-malig 1033 erwähnt.

Auch heute noch spielt die Geschichte eine nicht unwesentliche Rolle.

Die alten Rittergüter sind noch bewohnt, die alte Mühle ein be-liebter Treffpunkt für Musik- und Kunstveranstaltungen.

Bad Holzhausen ist mit seiner Tradition groß geworden  – und dabei jung geblieben.

Evangelische Kirche in Bad Holzhausen
Landgasthaus Röscher

Weiter ging unsere Fahrt zum Landgast-haus Röscher, wo das Mittagessen auf uns warte-te.

 

Das stilvoll einge-richtetes Landhaus liegt direkt am ru-higen Kurpark in-mitten des staatlich anerkannten Luftkur- und Badeortes Bad Holzhausen am Wiehengebirge.

Behagliche Aufenthaltsräume, zwei Caféterrassen und eine gro-ße Liegewiese laden zur Entspannung ein.

Eingang Landgasthaus Röscher

Der Hof Röscher wurde im Jahre 1775 errichtet und nach einem Dorfbrand im Juni 1820 ein weiteres Mal aufgebaut.

Das zum Hof gehörende Heuerlingshaus datiert aus dem Jahre 1842.

Der Hof wurde über die Generationen als landwirt-schaftlicher Betrieb geführt.

1960 wurde der Hof zur Pension umgestaltet und 1998 um ein gemütliches Bauerncafé ergänzt.

Seit nunmehr über 40 Jahren widmet sich Familie Röscher dem Gastgewerbe, kennt die Wünsche der Gäste und sorgt stetig für eine behagliche und freundliche Atmosphäre.

 

Zum Mittagessen wurde uns ein Krustenbraten mit Knödeln bzw. Kartoffeln und Rotkohl serviert und dazu gab es noch Eis zum Nachtisch.

 

Die nachfolgende Bildergalerie zeigt Impressionen von un-serem Aufenthalt im Landgasthaus Röscher

Modenschau Fa. Mon Amie im Landgasthaus Röscher

 

Seit mehr als drei Jahr-zehnten ist Damenober-bekleidung aus dem Hause USB Maschenmoden (ge-gründet 1973 von Udo und Helga Schellwanich) ein Synonym für Qualität aus Ostwestfalen.

 

Seit 2014 ist das Modehaus unter dem neuen Namen Mon Amie Modetrends in dritter Generation bekannt.

Strick bildet das Herzstück unserer Kollektionen, die auf an-

ziehende Art mit Blusen und Shirts kombiniert wird.

Eine große Vielfalt an Accessoires wie Schmuck und Schals er-öffnet reizvolle Kombinationsmöglichkeiten.

Die Mode ist so vielseitig,  individuell, und wunderbar – wie das Leben selbst.

Mon Amie, Bahnhofstraße 27, 32361 Preußisch Oldendorf-Bad Holzhausen

Modenschau

An Ihrem Tag präsentieren unsere Models Ihnen dann in gemütlicher Atmosphäre bei einer Live-Modenschau unse-re aktuelle Damenkollektion.

Anschließend kann man nach Herzenslust anprobieren und einkaufen.

Die Modefachberaterinnen beraten gern die Damen und Herren.

Als Dankeschön für die Teilnahme an der Modenschau erhält jeder Gast einen Shopping-Gutschein, den man beim Einkauf ein-lösen können.

 

Die nachfolgende Bildergalerie zeigt Impressionen von der Modenschau der Fa. Mon Amie im Landgasthaus Röscher

Einkaufen im Mon Amie Ladengeschäft

 

Unsere ausgesuchte Kol-lektion steht für her-vorragende Qualität und dazu für ein sehr gutes Preis- und Leistungs-verhältnis mit perfekter Passform.
Mon Amie ist ein Unternehmen in dem Familie, Verbundenheit, Tradition und Kundennähe an erster Stelle stehen und eine we-sentliche Rolle spielen.

 

Die nachfolgende Bildergalerie zeigt Impressionen vom Ein-kaufsbummel im Mon Amie - Ladengeschäft

Das letzte Ziel für den heutigen Tag war das

 

LWL-Industriemuseum
Westfälisches

Glashütte Gernheim

 

Quelle: Google Earth Pro

Die Kunst des Glasmachens ist an der Weser zu Hause.

Viele Mundblashütten stellten hier früher Glas für den Weltmarkt her.

In den meisten Fabriken sind die Feuer längst erloschen. 

Im Gernheimer Glasturm von 1826, einem der letzten beiden erhaltenen Gebäude dieser Art in Deutschland, erlebt man täglich, wie die Glasmacher mit Pfeife, Holzform und Schere aus der glühenden Glasmasse Gefäße herstellen.

Gleich nebenan werden die Gläser durch Schliff und Gravur veredelt – auch das geschah vor unseren Augen.

Große Teile des frühindustriellen Fabrikdorfs Gern-heim im heutigen Petershagen sind erhalten geblieben:

 

Neben dem Glas-turm Arbeiterhäu-ser, die zu den äl-testen in Westfa-len gehören, genauso wie das Wohnhaus der ehemaligen Hütten-besitzer und die alte Korbflechterei.

 

Nachfolgend Impressionen von unserer Museum-Führung

Geschichte der Glashütte Gernheim

 

Die Glashütte Gernheim entstand 1812 auf freiem Gelände bei Ovenstädt direkt am Steilufer der Weser.

Hüttengründer waren die Kaufleute Johann Christoph Friedrich Schrader und Cornelius Lampe aus Bremen.

Die Namensgebung für den Glashüttenort beruhte offensicht-lich darauf, dass Glasmacher aus fernen Regionen angeworben wurden, die an ihrem neuen Wohnort gern daheim waren.

Die Lage am Fluss wurde aus Transportgründen gewählt, weil per Schiff der Transport der Rohmaterialien wie auch der fertigen Produkte erfolgen konnte.

Vorteilhaft waren auch die frischen Winde im freien Uferge-lände.

Sie dienten der Luftzufuhr für das Feuer zum Glas schmelzen.

An Personal warben die Gründer der Hütte Glasmacher aus ent-fernten Regionen an.

Die ersten kamen aus dem Lipper-Land, weitere folgten aus Böhmen, Sachsen sowie den Bereichen Paderborn und Schwarz-burg.

1893 wurde die Glasproduktion eingestellt.

Weidenkörbe

 

Die Verwendung von Weiden-körben zum Transport von Waren ist seit Jahrhunder-ten bekannt.

Weiden waren an Flußläufen überall verfügbar, Körbe konnten aus diesem Material ohne besondere Fachkenntnisse hergestellt werden.

Die Elastizität der Weidenkörbe machte sie besonders geeignet zur Verpackung von großen Flaschen und Ballons, die von Gast-stätten, Brennereien und chemischen Betrieben benutzt wur-den.

Häufig wurde die Herstellung von Weidenkörben als bäuerlicher Nebenerwerb betrieben.

In manchen Gegenden in OWL und des Lipperlandes stellten die Wanderziegler in den Wintermonaten Weidenkörbe her.

 

Abnehmer waren die Glashütten, Eisenwerke und die Fischin-dustrie an der Küste.

Die Korbflechterei

 

In der Glashütte Gern-heim wurden schon in den ersten Produkti-onsjahren große Men-gen an Flaschen und Ballons mit geschälter und ungeschälter Weide geflochten.

Der Bedarf wurde schließlich so groß, dass Weiden aus Bremen und Hamburg herangeschafft werden mußten.

Bis zum Konkurs 1848 beschäftigte sie bis zu 28 Korbflechter – das waren 12 % der Belegschaft der Glashütte.

In Petershagen waren zusätzlich bis zu 20 Arbeiter bei der Herstellung von Flaschenkörben für die Glashütte tätig.

Weidenkörbe fanden in Gernheim aber auch bei der Verpackung anderer Glaswaren Verwendung.

1829 wurde am Ortseingang von Gernheim ein neues Gebäude für die Korbflechterei, für die Fabrikschule und für das Waren-lager errichtet.  

Das Lohnbüro

 

Seit 1901 gehörte das Ge-bäude der stillgelegten Glashütte Gernheim der Gerresheimer Glashütte in Düsseldorf.

1926 richtete deren Zweigwerk, die Glasfa-brik Wittekind in Minden, in Gernheim eine Korbflechterei ein.

Die eigene Korbflechterei in Minden,  in der zeitweilig bis zu 400 Arbeiter tätig waren, konnte den großen Bedarf an Fla-schenkörben nicht mehr decken.

Zugleich wurde das ehemalige Herrenhaus als Wohngebäude für die Korbflechter genutzt.

Die Einrichtung der Korbflechterei be-deutete einen neuen Abschnitt in der Orts- und Fabrikge-schichte Gernheims.

Während zur Be-triebszeit der Glas-hütte alle Produk-tionsbereiche an ei-nem Ort zusammen-gefaßt waren, war Gernheim nun Teil eines weltweit tätigen Konzerns.

Ende 1926 arbeiteten in Gernheim 30 – 40 Korbflechter, 1928 waren es bereits 90, zur Spitzenzeit 1929 fast 100.

In der Weltwirtschaftskriese wurde der Betrieb vorüberge-hend stillgelegt, aber bereits 1931 wieder aufgenommen.

1963 wurde der Betrieb eingestellt.

Das Lohnbüro war der Arbeitsplatz und erste Wohnung des Vorarbeiters der Korbflechter, Heinrich Wehrhahn.

Wehrhahn war gelernter Korbflechte und für die Organisation des Betriebes zuständig.

Er gab die Bestellungen weiter und sorgte für den Abtransport der fertiggestellten Körbe zur Glasfabrik Wittekind nach Min-den.

Hier wurden die Glasballone in die Körbe eingesetzt.

Arbeitsschritte bei der Entstehung eines Weidenkorbes

Der Arbeitsplatz des Korbflechters

 

Jeder Korbflechter hatte einen Raum von etwa 4 Quad-ratmeter für sich, abge-trennt durch ein handhohes Brett.

Auf der einen Seite des „Bocks“ lagen die dickeren Weiden für den Korbboden und auf der andren Seite die dünneren Flechtweiden für senkrechten seitlichen „Staken“ der Korbwand.

Das wenige Handwerkszeug, ein Schlageisen zum Fest-klopfen der Weiden, eine Schere zum Abschneiden der Enden, ein Pfriem zum Feststecken des Bodens auf dem Bock und zum Weiten der Zwischenräume beim Einflechten der Henkel, ein Weiden-Spalter zum Spalten der dicken Weiden, ein Messer zum Einritzen und Ausputzen, ein Maßstab für einen 25-Liter-Korb mit Kerben für Seitenhöhe, Boden- und Randdurch-messer, lag auf der Bank.

Zur Herstellung der Korbdeckel benötigte der Korbflechter noch ein trichterförmiges Gerät – ein Horn – mit einem je nach Ballongröße unterschiedlichen großen hölzernen Rädchen.

 

16 Körbe am Tag

 

Die meistens angelernten Korbflechter arbeiteten im Akkord und wurden von einem Vorarbeiter beaufsichtigt.

Etwa eine halbe Stunde dauerte die Herstellung eines Weiden-korbes für einen 5-Liter-Ballon.

16 Stück stellte ein erfahrener Korbflechter an einem acht-stündigen Arbeitstag her.

Frauenarbeit gab es nur beim Sortieren der Weiden.

Der Wochenverdienst Ende der 1920er Jahre ca. 1.500,- bis 1.750,- Reichsmarkt.

Entstehung eines Weidenkorbes

Der Korb

 

Zuerst werden kurze, starke Weidenstücke kreuzweise übereinander gelegt und dann mehrfach umflochten.

Die starken Weiden werden auseinandergebogen, dann wird der Boden fertig geflochten.

Anschließen der die seitlichen Staken eingesteckt und nach oben umgebogen.

Dann werden die Seiten mit dünnen Weiden hochgeflochten.

Zum Schluß werden die Staken zu dem stabilen Korb-Rand verflochten.

 

Der Deckel

 

Das „Horn“ wird in den Bock gesteckt, ein passendes Rädchen aufgesetzt.

Durch die Öffnungen des Rädchens werden Staken bis in den Blechmantel des Horns geführt.

Dann werden die Staken auseinandergebogen und ausgeflochten.

Die Staken werden am Rand und am Hals zu einem Randver-flochten.

 

Die Kapsel

 

Die Herstellung der Kapseln war oft Kinder- oder Frauenarbeit.

Sie wurden freihändig angefertigt und mit einer Öse am Deckel befestigt.

Das Pack-Haus

 

Für die Verpackung von Glaswaren besaß die Glashütte Gernheim immer ein eigenes Pack-Haus oder eine Einbinderei.

Das erste dieser Ge-bäude, unmittelbar neben dem Herrenhaus, existiert nicht mehr.

In späteren Jahren wurde die Korbflechterei und das westliche Nebengebäude des Glasturms als Pack- und Lagerhaus verwen-det.

Die Packerei, insbesondere das Einbinden der Flaschen in Stroh, bot zu dieser Zeit einige Arbeitsplätze für Frauen.

Große Mengen des Verpackungsmaterials (Stroh) bezog die Glashütte aus dem Umland und verbesserte damit das Einkom-men der Bauern.

Nach der Stilllegung der Glashütte 1877 blieb die Herstellung von Verpackungsmaterial als einziger Produktionszweig erhalten.

Werkswohnungen

 

Im vor- und frühin-dustriellen Zeitalter war werksnahes Woh-nen in der Glasbran-che aus technischen Gründen zwingend notwendig.

Dabei lagen die meis-ten Betriebe nicht in der Nähe von Ortschaften und konnten nicht auf vorhandenen Wohnraum zurückgreifen.

Die Glashütte Gernheim baute 1812-1829 mehr als 30 Arbei-terhäuser.

Die meisten Wohneinheiten waren in langgestreckten Hauszeilen untergebracht.

Solche Reihenhäuser waren preiswerter als einzeln stehende Wohnhäuser.

Die Fachwerkhäuser der Glashütte Gernheim sind solide kons-truiert.

Für die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts boten sie eine akzeptable Wohnqualität, besser als bäuerliche Kotten.

Dunkelzimmer

 

In den Gernheimer Produktionsjahren ließen sich die Schmelzzeiten der Glasmasse noch nicht im Voraus kalkulieren.

Dadurch kam es zu unregelmäßigen Arbeitszeiten der Glasbläser, Nachtarbeit war unvermeidlich.

Der Grundriss der Werkswohnungen trug diesem Sachverhalt Rechnung.

Ein „gefangenes“ Zimmer, auch Dunkelzimmer genannt, ohne Fenster, war auch tagsüber ständig dämmerig, was dem Glas-macher das Einschlafen erleichterte, wenn er die ganze Nacht vor dem Schmelzofen gearbeitet hatte.

Noch 1873-76 baute die Nienburger Glasfabrik Wohnhäuser mit Dunkelzimmern.

Zu dieser Zeit stellten die meisten Betriebe jedoch schon auf eine neue Ofentechnik um, die regelmäßige Produktions- und Pausenzeiten ermöglichte.

Kochstelle um 1850

 

Aufgrund der Kaminsituation wissen wir,  dass in der Gernheimer Glas-hütte an dieser Stelle ein Kochherd gestanden hat.

Es läßt sich aber nicht mehr klären, ob es sich um einen gemauerten Herd oder um einen Kochofen aus Gußeisen gehandelt hat.

 

Historische Bildquellen lassen den Schluß zu, dass früher auf solchen Kochöfen durchaus auch für meh-rere Personen gekocht wurde.

 

Die Ernährung war im 19. Jahrhundert längst nicht so vielfältig wie heute und bestand häufig nur aus Eintopfgerichten.

Glasmacher-Kleidung

 

In Sonntags- wie Arbeitskleidung unterschieden sich die Glas-macherfamilien auffällig von der ländlichen Bevöl-kerung.

 

Es gab anscheinend Elemente einer regionalen Standestracht.

Auch für Gernheim galt:

Keine Glasmacherfrau hat je Bauerntracht angelegt.  

  

Bei der Arbeitskleidung bildete sich im 19. Jh. ein Standard heraus, der offenbar für mehrere mitteleuropäische Glasre-viere galt:

Weißes Hemd ohne Kragen, blaue Hose, Schürze, Holzschuhe oder Pantoffeln.

Diese Arbeitskleidung wurde von der Ofenhitze diktiert und bot keinen Schutz gegen Unfälle.

Die Holzformer-Werkstatt

 

In der Holzformer-Werkstatt wird auf einer Drehbank für jedes Glasobjekt eine Holz-Form aus Buchen-holz hergestellt.

Als Vorlage dient dabei eine Schablone aus Pappe.

Damit die Form bei der Berührung mit dem heißen Glas nicht verbrennt, wird sie zuvor gewässert.

Beim Einblasen entsteht dann eine dünne Schicht aus Dampf zwischen Holz und Glas.

Eine solche Holz-Form hat eine Lebensdauer von ca. 400-500 Gläsern, eignet sich also vor allem für kleinere Serien.

Für größere Serien sind eiserne Formen besser geeignet.

 

Wird eine Form nicht mehr benötigt, kommt sie ins Forme-Lager.

In manchen Glashütten sammelten sich im Laufe der Jahre viele tausend verschiedene Formen.

 

Nachfolgend einige Bilder aus dem Formenlager der Gern-heimer Glashütte

Funktion des Tafel-Turms

Der Tafel-Turm

 

Der Turm wurde 1826 als Glashütte für mundge-blasenes Flachglas er-richtet.

Deshalb wurde er „Tafel-Turm“ genannt.

Die erste Glashütte, 1812 südlich des Turms er-richtet, bestand noch aus einem Holzfachwerk.

Der Turm aber wurde in einer damals neuen Bau-weise ausgeführt:

 

Er besteht aus massivem Mauerwerk und läuft nach oben spitz zu.

Dadurch entsteht eine Zugwirkung, die die Luft im Turm nach oben ziehen läßt.

Durch den Schürgang, der unter dem Ofen im Turm verläuft, zieht Luft durch den Ofen nach und facht das Feuer an, sie versorgt es mit Sauerstoff.

Dadurch kann das Glas bei einer höheren Temperatur ge-schmolzen werden.

 

An den Turm schlossen sich Nebengebäude für Streck- und Kühlöfen an.

 

Unter dem Glasschmelzofen arbeitete ein Schürer, der durch das Nachlegen der Kohlen die Temperatur regelte.

Die Asche wurde durch den Schürgang ins Freie gebracht.

 

Im Turm wurden Glastafeln für Fensterscheiben hergestellt.

Die Glashütte Gernheim war bekannt für ihre Überfang-scheiben:

Farbige Glastafeln, in die Ornamente geschliffen wurden.

Die farbigen Tafeln wurden außerdem zu Kunstverglasungen, mosaikartigen bunten Fenstern verarbeitet.

 

Nachfolgend einige Bilder aus dem Tafel-Turm und von der Arbeit der Glasbläser

Glas-Schleiferei

 

In der Schleiferei geschieht das Ab-schleifen und Po-lieren der Ränder der hergestellten Glaswaren mit dem

Schleifmittel Sand.

 

Dies geschieht an horizontal laufenden Schleifscheiben aus verschiedenen Mate-rialien (z.B. Sandstein, Pappelholz).

Dabei wird als Schleifmittel feiner Sand zugeführt.

Danach muß der abgeschliffene noch scharfkantige Rand „ge-säumt“, d.h. gerundet werden.

Dazu wurde früher eine vertikal laufende Schleifscheibe einge-setzt; heute benutzt man Bandschleifmaschinen mit Schleifke-geln.

 

Nachfolgend einige Bilder aus der Glas-Schleiferei

Ehemaliger Weg zum Weser-Anleger

Standort Gernheim

 

Die Fabrikanten Schrader und Lampe entschieden sich 1812 für den Standort, weil sich hier ein Hafen an-legen ließ.

 

Der Transport der Glaswaren nach Bremen konnte so bequem über die Weser ab-gewickelt werden.

Die Rohstoffe für die Glasproduktion waren in der Nähe ver-fügbar.

Der Ort war dem Wind ausgesetzt, so dass die Öfen gut be-feuert werden konnten.

 

Schrader und Lampe besaßen in Bremen ein Handelshaus.

Sie verschifften den überwiegenden Teil der Glaswaren über Bremen nach Übersee, vor allem nach Nord- und Südamerika.

 

Auch die Rohstoffe wurden per Schiff angeliefert.

Mehrere Jahrzehnte lang bezog die Glashütte für die Schmelzöfen Kohle aus dem Oberkirchener Revier.

Bis Lahde wurde sie mit Fuhrwerken transportiert, dann auf Weser-Lastschiffe umgeladen und an das westliche Weserufer in den Hafen der Glashütte gebracht.

Die Glashütte verfügte nicht nur über eigene Transportschiffe, sondern richtete auch eine Fähre ein, für die Arbeiter, die auf der anderen Weserseite wohnten.

Quelle: Google Earth Pro

Nach der Besichtigung der Gernheimer Glashütte hatte alle Fahrt-Teilnehmer zunächst erst einmal einen großen Kaffee-Durst.

Unser Busfahrer Ralf hatte alles vorbereitet und so gab es am Bus den langersehnten Kaffee.

 

Nachfolgend Bilder vom Kaffeetrinken am Bus

Nach dem Kaffeetrinken brachte uns unser Busfahrer Ralf wie-der sicher und unfallfrei in die Heimat zurück.

Danke Ralf für den schönen Tag.

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Letzte Aktualisierung:

10.11.2019